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Naturbad Thalheim mit Brücke und Schwimmbecken von Daniela Joss

Naturbad •••Thalheim

Ein Naturbad funktioniert durch biologische Wasseraufbereitung, ohne den Einsatz von Chlor oder anderen chemischen Zusätzen. Das Wasser wird durch einen Kreislauf gereinigt, der sowohl Schwimmzonen als auch Regenerationszonen mit Pflanzen und Mineralien umfasst.

Naturbad Thalheim – 19. Juni 2025

Warn- und Gebotshinweise Tafel von Daniela Joss

Wasseraufbereitung in einem Naturbad

Kies und Steine, kleiner Springbrunnen von Daniela Joss.

Das Wasser fliesst in spezielle Zonen, die mit Wasserpflanzen bepflanzt und mit Mineralien, z. B. Kies, ausgelegt sind – sogenannte Regenerationszonen.

Regenerationszone mit Pflanzen und Kies von Daniela Joss
Regenerationszone mit Pflanzen und Kies von Daniela Joss
Regenerationszone mit Pflanzen und Kies von Daniela Joss
Regenerationszone mit Pflanzen und Kies von Daniela Joss

Mikroorganismen

Naturbäder beherbergen eine Vielzahl von Mikroorganismen, die als Biofilm auf den Pflanzen und im Boden wachsen. Die Mikroorganismen verarbeiten die im Wasser und auf dem Bodengrund vorhandenen organischen Reststoffe (zum Beispiel abgestorbene Pflanzen, Schlamm, Hautpartikel und so weiter). Sie treten mit den Algen, die sich im Regenerationsbereich entwickeln, in eine Nahrungskonkurrenz und verhindern so ungehemmtes Algenwachstum (Eutrophierung).

Kreislauf

Wasser wird aus der Schwimmzone durch die Regenerationszone gepumpt, wo es gereinigt wird. Im Naturbad Thalheim dient ein angrenzender Froschteich mit intaktem Ökosystem als zusätzlicher natürlicher Filter für das Badebecken. Der Wasserkreislauf ist geschlossen. Das Wasser wird kontinuierlich gereinigt und wieder in die Schwimmzone zurückgeleitet.

Wassereinlauf und Wasserrutsche von Daniela Joss

Naturbäder erfordern eine regelmässige Pflege und Kontrolle des Ökosystems. Die Regenerationszonen benötigen Zeit, um ihre volle Leistungsfähigkeit zu entwickeln. Das heisst, z. B. Wasserpflanzen müssen eine gewisse Grösse haben, um effizient zu arbeiten. In der Anfangsphase eines Naturbades kann es zu Algenwachstum kommen, das sich aber mit der Zeit normalisiert.

Wasserpflanzen von Daniela Joss

Ein Naturbad kann nur funktionieren, wenn die Badegäste sich bewusst sind, wie schnell ein funktionierendes Ökosystem aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann. Darum: Duschen vor dem Baden! Keine Sonnencreme, keine Hautlotionen, Deos und dergleichen sollen ins Wasser gelangen.

Kaulquappen

Kaulquappen im seichten Wasser beim Sonnenbaden von Daniela Joss

Am Morgen in der Früh, wenn noch fast alle schlafen, ist ein Rundgang beim Naturbad sehr interessant. Es sind schon Badegäste da. Solche, die sich tagsüber, wenn viel Betrieb ist, lieber verstecken. Jetzt sind sie an der Seite des Beckenrandes, an den die aufgehende Sonne scheint, in Scharen, dicht unter der Wasseroberfläche, beim Sonnenbaden anzutreffen.

Wasserrutsche von Daniela Joss
Brücke aus Holz von Daniela Joss
Molch beim schwimmen an der Wasseroberfläche von Daniela Joss

Molche schauen ganz interessiert aus dem Wasser,
Doch bei der geringsten Bewegung tauchen sie sofort ab.

Molch taucht ab von Daniela Joss

Sobald die ersten Badegäste eintreffen und ruhig ihre Runden schwimmen, sind die Molche und Kaulquappen weg und warten darauf, dass sie das Naturbad wieder für sich alleine haben.

Fred am schwimmen von Daniela Joss
Bäume spiegeln sich im klaren Wasser von Daniela Joss
Bepflanzte Trockenmauer mit Rettungsring von Daniela Joss
Naturbad mit Regenerationsbereichen und Schwimmzonen von Daniela Joss
Liegewiese von Daniela Joss

Dass Mensch und Natur sich Wasser teilen können, wird hier in Thalheim auf eindrucksvolle Art und Weise demonstriert. Zuerst war ich ehrlich gesagt erschrocken, als ich die Kinder mit ihren kleinen Eimern sah. Beim näheren Hinsehen wurde jedoch deutlich, wie sorgfältig sie mit den Molchen umgingen. Für die Kinder war es ein spielerisches Kennenlernen der Natur – ein Erlebnis, das bei vielen sicher lange in Erinnerung bleibt.

Ich sprach die Kinder darauf an und bekam sofort eine energische Antwort: 'Bist du verrückt? Die dürfen doch gar nicht aus dem Wasser!' Sie erklärten mir, dass die Molche nach kurzer Zeit wieder zwischen den Wasserpflanzen freigelassen werden. Auch die Eltern erzählten, dass sie diesen achtsamen Umgang mit der Natur schon als Kinder gelernt hatten. Genau dieses selbstverständliche Miteinander von Mensch und Natur hat mich beeindruckt.

Viele von uns haben als Kinder die Natur auf diese Weise entdeckt. Solche Erlebnisse wecken oft eine lebenslange Wertschätzung für Tiere und ihre Lebensräume.

Kinder-Spielplatz von Daniela Joss
Signatur Daniela Joss Nach oben