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Linearperspektive- Daniela Joss


Notizen •••
Perspektive

 

Linear - Perspektive   (Raumdarstellung)

Eine Zusammenfassung

Die Linearperspektive ist ein Überbegriff für alle Methoden der perspektivischen Darstellung von Raum mittels mathematischen Gesetzen, Linien und Fluchtlinien. Dazu gehören die Parallelprojektion und die Fluchtpunktperspektive.
 

Augenlinie - Augenhöhe

.... oder Horizont genannt. Damit bezeichnet man die Linie oder Ebene in Sichthöhe, wenn wir geradeaus nach vorn blicken. Sie ist abhängig von unserem Standort und natürlich von der Höhe der Augen. Bei der sogenannten Froschperspektive zum Beispiel liegt die Augenhöhe sehr niedrig und uns scheint, als würden wir alles von unten betrachten. Auf alles, was sich unterhalb unserer Augenlinie befindet, sehen wir von oben herab; alles, was dagegen über unserer Augenlinie liegt, sehen wir von unten. Sie ist praktisch die Ausgangslinie jeglicher perspektivischer Darstellung.

Als Beispiel... die Augenlinie ist beim Zeichnen von Personen in einem Raum sehr wichtig, das kann man ganz gut im nachfolgenden Bild sehen. Wenn wir davon ausgehen, dass wir uns auf einer ebenen Fläche befinden und der normale Durchschnittsmensch zwischen 160 und 180 cm gross ist, dann liegt die Augenhöhe in etwa immer gleich hoch mit unserer. Das muss auch beim Zeichnen Anwendung finden. Ihr seht dass alle Personen auf dem Bild ungefähr die gleiche Augenhöhe haben, sie liegt auf einer Linie mit unserer eigenen, gleichgültig, wo in diesem Raum sich die Personen befinden, ob nah oder weiter entfernt. Durch die Grösse der einzelnen Figuren und die Proportionen lässt sich dann die Entfernung andeuten. Ausnahmen sind hier kleinere oder grössere Personen, also zum Beispiel Kinder, oder wenn die Ebene ansteigt oder abfällt.

 
Augenlinie -Augenhöhe - Horizont
 

Fluchtlinien

Als Fluchtlinien werden die gedachten – oder auch realen – Linien bezeichnet, die sich irgendwo auf der Augen- oder Horizontlinie in einem Punkt zu treffen scheinen, dem sogenannten Fluchtpunkt. Gut zu erklären ist das am Beispiel von Eisenbahnschienen oder einer langen, geraden Strasse. Stellt euch vor, ihr steht auf einer ebenen Fläche genau in der Mitte zwischen zwei Eisenbahngleisen und folgt ihnen mit den Augen in die Ferne. Obwohl die Schienen die ganze Strecke über exakt parallel verlaufen, scheint es, als würden sie sich in der Ferne in einem bestimmten Punkt am Horizont treffen; für unser Auge scheinen sie zu konvergieren, wenn sie von unserem Standort fortstreben und genau das schafft den Eindruck von Entfernung und räumlicher Tiefe. Das perspektivische Zeichnen macht sich eben dies zunutze, um auch in einem Bild diesen Eindruck zu erwecken. Auf dem Zeichenblock gibt es nur Höhe und Breite, Tiefe - also die dritte räumliche Dimension - müssen wir dagegen mit zeichnerischen Mitteln erreichen.

 

Fluchtlinie
 

Horizontlinie

In der Natur bildet der Horizont die Trennungslinie zwischen Himmel und Erde. Im perspektivischen Gebrauch ist die Horizontlinie eine gedachte, waagrechte Linie, die sich exakt auf der Augenhöhe des Betrachters befindet.
 

Fluchtpunkt

Bezeichnung für den Sammelpunkt der Fluchtlinien. Die in Wirklichkeit parallel verlaufenden Linien münden jeweils immer im selben Fluchtpunkt.
 
Fluchtpunkt
 

Linear- oder Zentralperspektive

Linear- oder Zentralperspektive So wird die Perspektive bezeichnet, die von einem einzigen Fluchtpunkt ausgeht wie im Beispiel oben mit den Eisenbahnschienen. Alle Fluchtlinien scheinen in einem einzigen Punkt zusammenzulaufen. Die Linearperspektive wird oft in der Portraitmalerei verwendet und bei Bildern, bei denen ein einzelnes Objekt im Mittelpunkt steht. Durch diese Perspektive kann man diesen Eindruck noch verstärken und das Auge des Betrachters genau auf den gewünschten Punkt lenken. Bei der Landschaftsmalerei und vor allem beim Zeichnen von Gebäuden kommt die Linear- oder Zentralperspektive ebenso zum Einsatz..
 
Linear Zentralperspektive
 
Im Bild oben scheinen alle Linien auf einen bestimmten Punkt auf der Augen- oder Horizontlinie zuzustreben, dem sogenannten Fluchtpunkt (FP). Bei meinem Beispiel schaut der Betrachter auf einen gepflasterten Weg, der vorne an seinem Standort exakt genauso breit ist wie hinten im Bild, doch durch unser räumliches Sehen erscheint er nach hinten und in zunehmender Entfernung schmäler zu werden, bis sich die zwei Seitenlinien am Horizont treffen. Die Linear- oder Zentralperspektive ist relativ einfach zu konstruieren. Beim Zeichnen ist wichtig, zunächst die Augenhöhe, also den Horizont festzulegen. Das ist draussen in der Landschaft bei freiem Blick noch recht einfach, in einer zugebauten Stadt mit Gebäuden und vielen Flächen, Kanten und Linien ist es schon schwieriger. Wem dies schwerfällt ein Tip..  .Am ausgestreckten Arm einen Bleistift genau in Augenhöhe halten und ihn in Gedanken nach beiden Seiten zu einer Linie verlängern, schon hat man den Horizont gefunden.
 
Beim nächsten Beispiel ist der Fluchtpunkt etwas nach links verschoben.
 
Zentralperspektive
 
und nochmal ein Beispiel eine enge Gasse mit Häusern.
 
Zentralperspektive
 

Zweipunktperspektive

Eine Perspektive mit zwei Fluchtpunkten erhalten wir zum Beispiel, wenn wir einer Hausecke gegenüberstehen und zu beiden Seiten die Fassade sehen. Hier gibt es dann nicht nur einen einzigen zentralen Fluchtpunkt wie bei der Linearperspektive, sondern für jede der beiden Seiten jeweils einen. Die Begrenzungslinien der beiden Flächen scheinen auch hier zusammenzulaufen und sich in einem Fluchtpunkt auf der Augenlinie zu treffen, nur eben jeweils nach der anderen Seite. Wir kriegen also für jede Seite einen separaten Fluchtpunkt wie unten im Bild gezeigt.
 
Zweipunktperspektive
 
Die beiden Fluchtpunkt liegen auf der Augenlinie, sind aber voneinander unabhängig und können sich in verschiedener Entfernung von dem zu zeichnenden Objekt befinden, je nachdem wieviel man von den Flächen sieht.
 

Dreipunktperspektive

Wenn ein Objekt sehr hoch ist, oder der Betrachter diesem so nahe steht, dass die senkrechten Linien zusammenzulaufen scheinen, wird ein dritter Fluchtpunkt benötigt. Dieser befindet sich oberhalb der Horizontlinie bei Untersicht (Frosch-perspektive) und unterhalb der Horizontlinie bei Aufsicht (Vogelperspektive).

Darum wird mit der Dreipunktperspektive gearbeitet, wenn der Betrachter nach oben oder unten blickt. Es wird also die vertikale Ausdehnung bzw. die Höhe des Motives betont. Besonders tolle zeichnerische Effekte erreicht man mit der Dreipunktperspektive bei der Darstellung von Hochhäusern, hohen Felsen und anderen sehr hohen Objekten. Auch tiefe Abgründe und Schluchten kann man mit der Technik sehr eindrucksvoll zeichnen.
 
Dreipunktperspektive
 

Paralellprojektion

Bei diesem Abbildungsverfahren werden die in Wirklichkeit parallel verlaufenden Linien auch parallel dargestellt. Es bestehen keine Fluchtlinien und somit keine Fluchtpunkte. Dies ermöglicht eine längengetreue und einfach messbare Darstellung, welche vorwiegend für Pläne und technische Zeichnungen verwendet werden. Bei Darstellungen grösserer Objekte wiederspricht diese Form unserer Wahrnehmung, da Verkürzungen/Verzerrungen wegfallen.
 
Paralellprojektion
 

Augenhöhe

Die Augenhöhe ist massgebend für die Konstruktion einer perspektivischen Darstellung. Sie bestimmt den Blickwinkel des Betrachters, also von wo aus er das Objekt oder den Raum sieht. Ausser bei der Dreipunktperspektive liegen alle Fluchtpunkte auf der Augenhöhe.
 

Froschperspektive - Untersicht

Betrachtet man ein Objekt aus einem sehr tiefen Standort, bei dem die Augenhöhe unterhalb des Objekts liegt, so hat man eine Untersicht. Man spricht auch von einer Froschpers-pektive.
 

Vogelperspektive - Aufsicht

Betrachtet man ein Objekt von einem sehr hohen Standort aus, bei dem die Augenhöhe oberhalb des Objekts liegt, so hat man eine Aufsicht. Man spricht auch von einer Vogelper-spektive.
 

Die Frosch- und Vogelperspektive werden in
separaten Themen behandelt.